
Horst Stolzenberg
Wie funktioniert die Verwandtschaftsanalyse?
Kurz erklärt
Wir arbeiten mit der gleichen Methode, mit der in der Forensik DNA-Spuren einem Täter zugeordnet werden können. Und mit der gleichen Methode, mit der Vaterschaftsanalysen durchgeführt werden.
Die Methode heißt Mikrosatelliten-Analyse. Mikrosatelliten sind DNA Sequenzen mit unterschiedlicher Länge. Menschen und auch Lachse besitzen den gleichen Mikrosatellit in jeweils zwei Varianten, auf jedem Chromosom ist eine Variante. Diese Varianten nennt man Allele. Die beiden Allele können identisch sein (gleich lang) oder auch verschieden (unterschiedlich lang). Wir messen die Länge von verschiedenen Mikrosatelliten und vergleichen die Längen zwischen den Tieren. Jeder Mensch oder auch jeder Fisch bekommt von seinen Eltern jeweils einen Mikrosatelliten vererbt, welcher der beiden ist reiner Zufall. Geschwister können zufällig die gleichen Allele vererbt bekommen oder unterschieche. Aber immer nur die Kombination, die durch die Eltern möglich ist.
Insgesamt werden bei den Lachsen, 18 verschiedene Mikrosatelliten untersucht. Und zwar von der Elterntieren aus den Zuchten und von den Wiederfängen aus dem Rheineinzugsgebiet. So kann jeder Nachkomme seinen Eltern zugeordnet werden. Lachse, die zwei mal beprobt wurden, werden auch identifiziert.
Graphische Darstellung der Mikrosatellitenanalyse
Chromatogramm eines untersuchten Mikrosatelliten von drei Lachsen
Die Mutter besitzt von dem untersuchten Mikrosatellit die Allele (Varianten) 199 und 203, der Vater hat die Allele 199 und 203. Das Kind hat von beiden Eltern die Allele 203 geerbt und besitzt nun auf beiden Chromosomen das identische Allel 203. Mittels Fluoreszenz wird die Länge der Mikrosatelliten gemessen. Dort wo die Fluoreszenz besonders hoch ist, ist der Mikrosatellit zu Ende. Sind zwei Peaks sichtbar, haben die beiden Allele eine unterschiedliche Länge. Ist nur ein Peak (hoher) sichtbar, haben beide Allele die gleiche Länge.
Chromatogramm eines untersuchten Mikrosatelliten von drei Lachsen
Die Mutter besitzt von dem untersuchten Mikrosatellit auf beiden Chromosomen das gleiche Allele 191, der Vater besitzt auch zwei Mal das gleichen Allele 199. Das Kind hat von der Mutter das Allel 191 geerbt und vom Vater das Allel 199.
Probenübersicht (27. Juni 2023)
Anzahl und Status der Proben, die für das Projekt analysiert werden bzw. wurden. Die Proben stammen entweder aus einer Zucht (Albaum, Haspe Talsperre, Obenheim (Frankreich) Wildlachszentrum, Wolftal) oder von Lachsen, die in der Natur beprobt wurden.
| Origin | Type of sample | number | status |
| Haspe Talsperre | 2012 – 2015, 2019 – 2023 | Parents/Offspring | 1.410 | analysed |
| Wildlachszentrum | 2017 – 2022 | Returners/Parents | 503 | analysed |
| Albaum | 2018 – 2020 | Parents | 3.923 | analysed |
| Wolftal | 2018 – 2022 | Parents | 1.389 | analysed (not the 2023 samples) |
| Obenheim | 2018 – 2022 | Parents | 537 | analysed |
| Chanteuge | 2018 – 2020 | Parents | 1.084 | analysed |
| Agger | 2020 – 2022 | Smolt migration experiment | 925 | analysed |
| Kinzig | 2020 – 2023 | Stocking Experiment | 921 | analysed |
| Nister / Ahr / Wieslauter/ Speyerbach / Murg / Alb / kl. Bodensee | 2020 – 2023 | Control fishing | 344 | analysed |
| Returner | 2015 – 2023 | Wild | 596 | analysed |
| Elbe | Wild | 300 | analysed |
| Sum samples analysed (Some returners are also included in the hatchery samples.) |
11.129 | ||