Besatzexperiment Kinzig

In der Kinzig in Baden-Württemberg wird seit 2020 ein Besatzexperiment durchgeführt bei dem ein früher und ein später Besatz und auch verschiedene Herkünfte der Besatzfische miteinander verglichen werden. Leider sind 2022 keine Kontrollbefischungen in den Besatzabschnitten durchgeführt worden, weshalb der Datensatz nicht abschließend ausgewertet werden kann. Hier möchten wir einen Teil der Ergebnisse vorstellen.

Der Besatz in der Kinzig wird mit Lachsen aus dem Zucht Wolftal (BW) und der Zucht in Obenheim (Frankreich) durchgeführt. Die Lachse haben den genetischen Hintergrund Allier/ Loire. Der Landesfischereivreband BW und das RP Karlsruhe sind an der Koordination beteiligt. Die Besatzstandorte sind in der Karte eingezeichnet.

Abbildung 1: Probestandorte entlang der Kinzig in Baden-Württemberg. Dier Besatzstrecke Schiltach liegt eher im Oberlauf der Kinzig und die Besatzstrecke Berghaupten ist am nächsten an der Mündung der Kinzig in den Rhein (links im Bild). Karte erstellt von Thomas Schmidt.

Im Jahr 2021 hatten die Besatzfische am Tag des Besatzes ein durchschnittliches Gewicht von 0,81 g und beim späten Besatz von durchschnittlich 2,53 g. Bei der Kontrollbefischung wurden den gefangenen Lachsen ein Stück Gewebe für die genetische Analyse entnommen. Durch die Elternschaftsanalyse mit der Software Pasos 1.0 (Duchesne et al. 2005) konnten die beprobten Lachse ihren Eltern in den Zuchten zugeordnet werden. Dadurch war bekannt zu welchem Zeitpunkt der Lachs besetzt wurden.

Bei der Kontrollbefischung im Herbst 2021 und im Frühjahr 2023 konnten die meisten Lachse dem späten Besatz zugeordnet werden (bei 4 von 6 Kontrollbefischungen, Abbildung 2 und 3). Die Lachse, die dem frühen Besatz zugeordnet wurden, hatten jedoch häufiger einen höheren Korpulenzfaktor (bei 5 von 6 Kontrollbefischungen, Abbildung 2 und 3).

Abbildung 2: Graphische Darstellung des prozentualen Anteils an Lachsen, die bei der Kontrollbefischung im Herbst 2021 dem frühen bzw. dem späten Besatz zugeordnet werden konnten bzw. der Anteil, der keinem Besatz sicher zugeordnet werden konnte. In grau dargestellt ist auch der durchschnittliche Korpulenzfaktor (K.f., (Gewicht x 100 / (Länge3)).

Bei der Kontrollbefischung im März 2023 beim Standort Schiltach waren die großen Smolts vermutlich bereits abgewandert. Dies erklärt den nun hohen Anteil an Lachsen, die dem späten Besatz zugeordnet werden können und dem nun geringen Unterschied des Korpulenzfaktors der Lachse zwischen frühen und späten Besatz (Abbildung 3).

Im Jahr 2022 fand leider keine Kontrollbefischung statt. Dies ist sehr schade, weil dadurch wichtige Proben und Informationen fehlen.

Abbildung 3: Graphische Darstellung des prozentualen Anteils an Lachsen, die bei der Kontrollbefischung in der Kinzig (Standort: Schiltach) im März 2023 dem frühen bzw. dem späten Besatz zugeordnet werden konnte bzw. der Anteil, der keinem Besatz sicher zugeordnet werden konnte. Dargestellt ist auch der Korpulenzfaktor (K.f., (Gewicht x 100 / (Länge3)).

Aus den Daten von 2021 können wir ableiten, dass ein früher Besatz Richtung Oberlauf der Kinzig von Vorteil ist und ein später Besatz Richtung Mündung zum Rhein. Dies entspricht den Erwartungen.

Bei der Wiederholung des Besatzexperiments 2023 wird auch der direkte Vergleich von F1-Lachsen im Vergleich zu Lachsen, deren Eltern bereits in der Zucht aufgewachsen sind, eine größere Rolle spielen.

Projektleitung


Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau

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